Ergebnisse aus der Hebammenbefragung

Hebammen müssen sich gegenwärtig mit starken Umstrukturierungen in ihrem Berufszweig auseinandersetzen. Trotzdem haben sich viele Hebammen Zeit für das Forschungsprojekt genommen - vielen Dank!

Von Februar bis Mitte März 2016 wurden Hebammen aus Heidelberg, dem Rhein-Neckar-Kreis, dem Neckar-Odenwald-Kreis und aus Mannheim befragt. Ziele waren:

  • Die Meinungen von Hebammen zum Thema „Radfahren vor/nach der Geburt eines Kindes“ und dabei verschiedene, ggf. auch konträre Ansichten einholen
  • Interesse an einer zukünftigen Kooperation erfahren.

Der Rücklauf beträgt ca. 28%. Insgesamt nahmen 34 Hebammen an der Befragung teil. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, gibt aber einen Eindruck zum Thema wieder.

Radfahren in der Schwangerschaft

Alle Hebammen gaben an, dass Radfahren in der Schwangerschaft möglich ist, solang sich die Frau wohl fühlt und die Schwangerschaft reibungslos verläuft. Mehr noch – die deutliche Mehrheit der Hebammen äußerte sich positiv über das Radfahren während der Schwangerschaft. Es ist gesund, hält Schwangere fit, ist eine schöne Bewegung für die Mutter und manchmal sogar angenehmer als zu Fuß gehen. Die Hebammen gaben im gleichen Zuge Ratschläge, worauf Schwangere beim Radfahren achten sollten. Diese Ratschläge sind: Nicht bei Glätte und Eis fahren, Stürze vermeiden, der Sattel sollte gut eingestellt sein, eine aufrechte Sitzhaltung und nicht bei vorzeitiger Wehentätigkeit Fahrradfahren. Lediglich drei Hebammen von 34 sahen ein Risiko beim Radfahren in der Schwangerschaft. Als Risiken werden das hohe Verkehrsaufkommen und die subjektive Wahrnehmung ("Empfinde es als gefährlich") genannt.

Mobilität aus Sicht der Hebammen

Gefragt wurden die Hebammen auch, ob sie das Thema Mobilität generell in ihren Kursen und Hausbesuchen ansprechen und wenn ja, welche Art von Mobilität sie ansprechen. Die Ergebnisse sind in untenstehendem Diagramm zu sehen. Mehrfachnennungen waren möglich.

 
Eigene Grafik

Mobilität aus Sicht der Eltern

Sprechen umgekehrt werdende Eltern das Thema Mobilität an und wenn ja, welche Form der Mobilität ist am meisten gefragt? 24 der 34 teilnehmenden Hebammen werden von „ihren“ Eltern zu diesem Thema gefragt. Dass nur neun Hebammen von Eltern zum Thema Radfahren gefragt wurden, zeigt, dass Radfahren vor der Geburt eine geringere Priorität hat als Autofahren oder zu Fuß gehen. Die Ergebnisse sind in untenstehendem Diagramm zu sehen. Mehrfachnennungen waren möglich.


Eigene Grafik

Welche Risiken sehen Eltern?

Bedeutend für das Projekt war die Frage, ob Hebammen in den vergangenen 12 Monaten werdende und junge Eltern kennengelernt hatten, die beim Radfahren ein Risiko für die werdende Mutter und/oder das (ungeborene) Kind sehen. Lediglich elf von 34 Hebammen haben Paare kennengelernt, die ein Risiko beim Radfahren sahen. Dabei wurden genannt: Angst vor Stürzen, dass der Lenker gegen den Bauch stößt, hohes Verkehrsaufkommen in Städten, einen unzureichende und zu teure Kindersicherung sowie die zu unsichere Fahrweise im Straßenverkehr.

Wie mit Baby Radfahren?

Was raten Hebammen „ihren“ Eltern, wenn diese mit Baby Radfahren möchten? Die Ergebnisse sind in untenstehendem Diagramm zu sehen. Mehrfachnennungen waren möglich.


Eigene Grafik

Stand: Juli 2016